Soll im Griff, Haben mit Weitblick – Thomas Portmann zwischen Zahlen, Kurven und Horizont
1987 klang Apple exotisch, die a&f war jung – und Thomas Portmann stieg ein. Fast vier Jahrzehnte später ist er weit mehr als Zahlenmensch: ruhender Pol, Fixpunkt im Hintergrund und Zeitzeuge einer bewegten a&f-Geschichte.
Erstellt von Marina Schinner am 27.01.2026 in a&f

1987 klang Apple exotisch, die a&f war jung – und unser Thomas Portmann stieg ein. Fast vier Jahrzehnte später ist er weit mehr als Zahlenmensch: ruhender Pol, Fixpunkt im Hintergrund und Zeitzeuge einer bewegten a&f-Geschichte. Wir werfen gemeinsam einen Blick zurück!

a&f systems: Thomas, wie bist du damals zur a&f gekommen und wie lange bist du jetzt insgesamt schon dabei?
Thomas: Firmengründer Urs Felber und ich sind Freunde seit der gemeinsamen Primarschulzeit. Bald nach der Gründung der damaligen A&F Computersysteme AG kam Urs auf mich zu und fragte mich, ob ich ihn in seinem noch jungen Informatik-Unternehmen unterstützen wolle. Computer? Apple Macintosh? Dieses «Ding mit der Maus»? Das tönte 1987 spannend und exotisch zugleich, da wollte ich unbedingt mit dabei sein. Mittlerweile hat sich Urs aus der Firma zurückgezogen und ich werde im kommenden Frühling mindestens seinen Dienstzeitrekord von 39 Jahren einstellen (und wahrscheinlich auch übertreffen). Dass ich schon länger auch Jahrgangsältester bin, bringt so eine Firmentreue halt mit sich.
a&f systems: Wie genau dürfen wir uns deinen Arbeitsalltag vorstellen? Was sind deine Aufgaben?
Thomas: Mein Alltag im Büro ist vielfältig und bringt jeden Tag auch immer wieder Neues. Sonst hätte ich es wohl kaum so lange in diesem – für Aussenstehende wahrscheinlich knochentrockenen – Bereich ausgehalten. Ich verantworte die Bereiche Administration, Finanzen und Personalwesen mit allen ihren Facetten. Dabei decke ich quasi alle Aspekte ab, welche nicht direkt mit dem operativen Geschäft der a&f zu tun haben. Als Schaltstelle im Hintergrund gefällt mir der Austausch mit unseren Mitarbeitenden sowie den diversen Institutionen, Behörden, Kunden und Lieferanten. Und als Mitglied der Geschäftsleitung gestalte ich die Aussendarstellung der a&f aktiv mit.

a&f systems: Ein Blick zurück zu den Anfängen: Was sind die grössten Veränderungen bei der a&f in den letzten Jahrzehnten?
Thomas: Die Anfangszeiten waren wild! Mein erstes a&f-Büro war in einer zweckentfremdeten Mietwohnung. Schon bald aber konnten wir mitten in Sursee ein erstes, «richtiges» Verkaufslokal mit Schaufenstern und öffentlichem Zugang beziehen. Die neuen Lokalitäten und unser Engagement führten dazu, dass wir als das erste Apple-Center in der Zentralschweiz ausgezeichnet wurden. In dieser Zeit war ich nebst der Administration auch oft als Techniker oder als Schulungsleiter unterwegs. Jedes Jahr steigerten wir die Umsätze, stellten zusätzliches Personal ein und bezogen 1990 abermals neue und grosszügige Räumlichkeiten in Sursee. Hier konnte ich mich wieder ausschliesslich dem «Bürobereich» widmen und die professionelle Administration und Finanzabteilung ausbauen und perfektionieren. Mittlerweile verstehe ich meine Aufgaben hauptsächlich im Controlling. Die grösste Veränderung fand jedoch vor neun Jahren statt, als wir unsere langjährigen Mitarbeiter Philippe Lindegger, Serge Dillier und Stefan Schärer zu Mitbesitzern der a&f machten und sie inzwischen die Firma komplett übernommen haben. Mit diesen drei engagierten Persönlichkeiten und geschätzten Kollegen in der Geschäftsleitung werden wir auch in Zukunft jegliche Herausforderungen meistern, die sich uns stellen.



a&f systems: Welche Dinge dürfen an deinem Arbeitsplatz nicht fehlen – und warum?
Thomas:
- Die Sachbearbeiterinnen aus meinem Team, weil sie mich kompetent unterstützen und ihr fröhliches Lächeln immer das erste ist, was ich am Morgen im Büro sehe.
- Mein blaues Espresso-Tassli (ein Mitarbeiter-Geschenk) mit dem etwas abgegriffenen goldenen Henkel.
a&f systems: Was macht dir an deiner Arbeit am meisten Spass?
Thomas: Wenn es «Soll und Haben» heisst und nicht «Sollte haben». Schwarze Zahlen machen definitiv glücklich. Auch auf die Zusammenarbeit und den Austausch mit meinen Arbeitsgschpändli, mit welchen sich teilweise Freundschaften ennet dem Arbeitsverhältnis gebildet haben, freue ich mich jeden Tag. Und dann ist da noch der unbezahlbar fantastische Ausblick von meinem Büro in die Zentralschweizer Berge. Ärger mit einer Buchung? Faden verloren? Ich lasse meinen Blick über Rigi, Titlis und Pilatus schweifen, das lässt mich meinen Fokus wiederfinden.

a&f systems: Wenn du nochmal etwas anderes lernen könntest, was wäre das?
Thomas: Archäologe! Ich hatte dafür damals an der Kanti Latein und Altgriechisch belegt und war überzeugt, der legitime Nachfolger von Indiana Jones zu werden. Aber irgendwann verschoben sich dann meine Interessen von Alexander dem Grossen zu Alexandra der Hübschen, Lernen wurde Nebensache und als Konsequenz daraus gab es anstatt der Matura eine kaufmännische Lehrabschlussprüfung. Aber Geschichte – aus der Antike im speziellen die römische und griechische Kultur, aus der Neuzeit der 2. Weltkrieg – ist nach wie vor eines meiner Steckenpferde.
a&f systems: Du bist leidenschaftlicher Motorradfahrer – welche Route war dein Highlight?
Thomas: «Four Wheels Move The Body. Two Wheels Move The Soul». In der Tat, ich pflege diese Leidenschaft intensiv. Ich bin vielfach mit ebenso begeisterten Freunden in der Gruppe unterwegs, oder oft auch einfach als «Lone-Rider»: Schon eine kurze Feierabendrunde über den Glaubenbielen lüftet den Kopf. Bei den vielen spektakulären Strecken über unsere einzigartigen Pässe im Alpengebiet bräuchte man eigentlich sonst nirgendwohin. Und doch finden sich meine Highlights vor allem in den USA: Kurze, kurvige Strecken im Grossraum Los Angeles (Angeles Crest Highway) auf bis zu 2’400 m.ü.M., endlose Weiten im Death Valley, üppige Vegetation in den Wäldern von Arizona und Missouri oder entlang der Sierra Nevada. Und nicht zu vergessen: Die eindrückliche Route 66, welche uns von Chicago bis Santa Monica durch verschiedene Zeitzonen, Vegetationen und Siedlungsgebiete quer durch den Kontinent geführt hat.


a&f systems: Wie würdest du dich selbst beschreiben, mit drei Worten?
Thomas: Bodenständig, loyal, selbstironisch.
a&f systems: Was ist eine absolute Schwäche bei dir?
Thomas: Oh, da gibt es deren viele! Ich sammle grossflächige Tattoos, bin begeisterter Anhänger stromgitarrengetriebener Rockmusik der härteren Gangart (selber aber komplett talentfrei), treibe gerne an der Fasnacht mein Unwesen und bei einer geselligen Runde mit guten Freunden bin ich in der Regel immer derjenige, der die Beiz am Schluss abschliesst. Und dann ist noch die Sache mit der Kirschschoggi von Camille-Bloch.


a&f systems: Was wünscht du dir für die Zukunft?
Thomas: Dass die Geschäfte weiterhin so gut laufen, und dass ich möglichst keine UVG- oder KTGV-Meldungen fürs Personal ausfertigen muss. Ich hoffe, selbst dann mal gesund in den Ruhestand zu wechseln (die Ziellinie schimmert bereits ganz fein am Horizont) um noch möglichst viel Zeit mit meinem vor kurzem geborenen, ersten Enkelkind zu verbringen. Ich habe da einige Ideen, was ich ihm unbedingt alles beibringen muss…
Und hier noch ein paar Fun Facts (Konfigurationen und Preise aus meiner Startzeit)
- Macintosh SE, 9“ Monochrome Monitor 512×342 Pixel, 1MB RAM, 20MB Harddisk 800kB Diskdrive = 7’650.- Franken
- Macintosh II (erster modularer Mac, ohne Monitor), 1MB RAM, 40 MB Harddisk, 800 kB Diskdrive = 10’450.- Franken
- Apple LaserWriter Plus, 300 dpi, Druck nur in Schwarz = 9’995.- Franken
- Macintosh Portable (a.k.a. «Schlepptop», 1989), 9,8“ Monochrome Monitor, 1MB RAM, 40MB Harddisk, 7,2 kg (!) = 13’500.- Franken
a&f systems: Ganz lieben Dank, Thomas, für diesen unterhaltsamen Einblick, die Geschichten aus fast vier Jahrzehnten a&f – und für sauber verbuchte Erinnerungen!





























































