WoodWing AILA im a&f-Expertentalk: Wenn KI das Layout übernimmt

Automatisiertes Layout statt manuellem «Tetris-Spiel»: Mit WoodWing AILA verändert sich die Produktion von Printprodukten grundlegend. Im a&f-Expertentalk erklären Matthias Fischer und Christoph Brun, vor welchen Herausforderungen Verlage heute stehen – und wie KI dabei hilft, Effizienz, Qualität und Geschwindigkeit neu zu definieren.

WoodWing AILA im a&f-Expertentalk: Wenn KI das Layout übernimmt

Kostendruck, Fachkräftemangel und steigende Produktionsanforderungen setzen Verlage zunehmend unter Druck. Gleichzeitig eröffnet Künstliche Intelligenz – wie in WoodWing AILA – spannende Möglichkeiten, Prozesse neu zu denken. Automatisierte Layouts für Zeitungen und Magazine bedeuten weniger Routine und mehr Gestaltungsspielraum. Mit KI-gestützter Layout-Automatisierung (AILA) entstehen Seiten schneller, konsistenter und markengerecht – während Redaktionen jederzeit die Kontrolle behalten. Im Fachinterview geben Matthias Fischer und Christoph Brun Einblicke in die Entwicklung von WoodWing AILA, zeigen konkrete Anwendungsfälle aus dem Redaktionsalltag – und ordnen ein, welche strategische Rolle Layout-Automatisierung künftig im Publishing spielen wird.

a&f systems: Was war aus eurer Sicht der entscheidende Auslöser für die Entwicklung von AILA?

Christoph: Das Teufelswort «Fachkräftemangel» – oder in diesem Fall wohl eher «Layoutersterben»: Ich habe den Eindruck, die Layouter gehen nach und nach in Rente und meine Generation der Polygrafinnen, Mediengestalter und Mediamatikerinnen strebt nicht nach solch monotonen Aufgaben. Und so sind wir beim nächsten Punkt: Monotone, repetitive Aufgaben – unter welchen ich das Layouten einer Zeitungsseite verbuchen würde – sind ja prädestiniert für Automatisierungen. Aus Sicht der Hersteller sehe ich als Treiber der (totalen) Layout-Automatisierung die womöglich letzte effizienzsteigernde Innovation für den Print-Kanal.

Matthias: Der entscheidende Auslöser ist die Frage: Wie kann Print wirtschaftlich stabilisiert werden, ohne Qualität zu verlieren und gleichzeitig Ressourcen für die digitale Transformation freizusetzen? Die Treiber sind klar:

  • Steigender Kostendruck im Print
  • Sinkende Auflagen
  • Fachkräftemangel bzw. demografischer Wandel
  • Zunehmende Produktionskomplexität

AILA ist dabei nicht nur eine technologische Innovation, sondern vor allem ein betriebswirtschaftlicher Effizienz-Booster:

  • Deutliche OPEX-Reduktion (v. a. Personalkosten in der Produktion)
  • Massive Produktivitätssteigerung
  • Höhere Konsistenz und Qualität
  • Bessere Skalierbarkeit über Titel und Standorte hinweg
  • Schnellere Time-to-Market
  • Besonders bei hohem, regelmässigem Seitenoutput entsteht dadurch ein sehr hoher ROI.

a&f systems: Bei welchen konkreten Herausforderungen im Redaktionsalltag hilft AILA?

Christoph: Das frickelige sowie zeitaufwändige Tetris-Spiel beim Befüllen einer Seite gehört der Vergangenheit an. Im idealen Workflow sieht niemand mehr eine leere Seite – nach und nach werden erstellte Artikel den Seiten zugewiesen. 

Matthias: Genau, Artikel werden erstellt, strukturiert und systemisch den Seiten zugewiesen – das Layout entsteht automatisiert im Hintergrund. Das reduziert manuelle Umbauten, Abstimmungsschleifen, kurzfristige Produktionsspitzen und Stress kurz vor Druckschluss.

a&f systems: Viele Redaktionen haben Bedenken im Hinblick auf Kontrollverlust durch KI. Wie kann sichergestellt werden, dass Redakteure und Designer die Hoheit über das Layout behalten?

Matthias: AILA ersetzt keine journalistische Verantwortung. Das Prinzip ist klar: Human in the Loop (HITL):

  • Inhalte werden weiterhin redaktionell verantwortet.
  • Gestalterische Regeln werden einmal definiert.
  • Die KI übernimmt repetitive, regelbasierte Aufgaben.
  • Der Mensch kuratiert, prüft und gibt frei.

In Zeitungsworkflows verschiebt sich die Rolle zunehmend Richtung Approval & Qualitätssicherung. Im Magazinbereich bleibt kreative Gestaltung weiterhin zentral.

Christoph: Durch individuelle Workflows. Vor allem inhaltlich soll und wird es meines Erachtens immer einen Human in the Loop geben. Generell soll die KI hier unterstützen, nicht ersetzen. Beim Thema Layout geschieht der Feinschliff heute typischerweise (noch) von Menschenhand, während die KI den mühsamen Initialaufwand der Seitenerstellung und Content-Platzierung übernimmt. Künftig wird sich dies für den HITL wohl immer mehr auf einen Approval-Prozess beschränken. 

expertentalk-matthias-fischer-christoph-brun
Christoph Brun und Matthias Fischer im Expertentalk der a&f systems

a&f systems: Was verändert sich konkret im Produktionsalltag mit AILA? Wo merkt man den Unterschied zuerst?

Matthias: Der Unterschied ist schnell spürbar:

  • Produktionszeiten verkürzen sich deutlich.
  • Seiten entstehen parallel zum redaktionellen Prozess.
  • Ressourcen werden frei für wertschöpfende Tätigkeiten.

Statt operativer Seitenerstellung liegt der Fokus stärker auf Planung, Strukturierung und Qualität.

Christoph: Einfach gesagt: Mehr Ressourcen durch Effizienzsteigerungen. Die Reduktion besagter repetitiver und meist zeitraubender Aufgaben schafft wieder mehr Zeit für die journalistische und investigative Arbeit. 

a&f systems: Artikel-Formen basieren auf bereits veröffentlichten Seiten. Wie aufwendig ist es für Verlage, diese Struktur initial aufzubauen?

Christoph: Dieser Initialaufwand ist nicht zu unterschätzen. Jedoch bringen Strukturen durch Templates unabhängig von der Layout-Automatisierung immer einen Effizienzgewinn. Umso besser, wenn im nächsten Schritt mit einer (KI-)Automatisierung der Boost gezündet wird. Und genau bei solchen Aufgaben und Projekten können Kundinnen und Kunden auf die Unterstützung der a&f-Profis zählen. 

Matthias: Wobei die technische Umsetzung die eine Seite ist. Um einen hocheffizienten Workflow zu haben, sind die organisatorischen Voraussetzungen mindestens genauso wichtig. Es sind nicht nur Strukturen durch Templates nötig, sondern auch neue Strukturen in der Contenterstellung (Stichwort standardisierte Textlängen «T-Shirt Grössen» oder in den Prozessen, z. B. eine Reduzierung von manuellen Anpassungen und Feedback-Schleifen zum Layout mit der Redaktion). 

a&f systems: Wie integriert sich AILA technisch in bestehende Workflows, insbesondere in WoodWing Studio und Adobe InDesign?

Matthias: Technisch bedeutet AILA eine evolutionäre Einführung statt einer disruptiven Umstellung auf ein neues System. 

Christoph: AILA integriert sich tatsächlich nahtlos in WoodWing Studio. So müssen User nicht in ein anderes System springen und haben Zugriff auf sämtliche WoodWing-Funktionen und -Inhalte. AILA generiert mittels InDesign-Server im Hintergrund die Layouts, welche (falls nötig) im Anschluss wie gewohnt im InDesign und/oder via WoodWing Studio bearbeitet werden können.  

a&f systems: Verändert KI-Layout-Automatisierung eurer Meinung nach langfristig die Rolle von Layoutern und Art Directors? Wird ihre Arbeit strategischer, kreativer – oder eher kuratierend?

Christoph: Hierbei würde ich klar zwischen Zeitungen und Magazinen unterscheiden. Bei Letzterem haben Design und somit die Art Directors einen viel höheren Stellenwert: Sie sind oft zentraler Bestandteil einer Marke. Daher gehe ich davon aus, dass in diesem Bereich auch künftig die gestalterische Kreativität von Bedeutung sein wird. Dem gegenüber läuft es bei Zeitungen möglicherweise eher auf eine totale Automatisierung à la Blackbox hinaus, in der der Mensch kuratiert, redigiert und approved. 

a&f systems: Ein Blick in die Glaskugel: Wenn wir an aktuelle Marktanforderungen denken, also Kostendruck, Fachkräftemangel, schnellere Produktionszyklen: Welche strategische Bedeutung hat AILA für Verlage in den nächsten fünf Jahren?

Christoph: Layout-Automatisierung hat für mich immer einen grossen strategischen Aspekt. Wie eingangs erwähnt bin ich der Auffassung: Wer heute im Print-Workflow noch etwas optimieren will bzw. muss, kommt nicht um die Layout-Automatisierung herum. Gerade im Zeitungsumfeld wird die Technologie in fünf Jahren wahrscheinlich nahezu flächendeckend im Einsatz stehen. Dies strategisch aufzunehmen, ist für mich unerlässlich. Im Magazin-Bereich wird sich in diesem Jahr zeigen, welche Hersteller sich mit spezifischen Lösungen durchsetzen.

Matthias: Für die Kunden hat AILA die gewünschten strategischen Effekte, Kosten werden reduziert, es erfolgt eine Freisetzung von Ressourcen für Digital First und es dient als Vorbereitung auf kanalneutrale Content-Produktion. Zusätzlich werden sich die Systeme weiterentwickeln ­­– so dass mittelfristig eine Vollautomatisierung auch im Magazinbereich möglich sein wird. Damit können perspektivisch z. B. personalisierte E-Paper Ausgaben in kürzester Zeit erstellt und versendet werden. Eventuell lassen sich damit auch neue Zielgruppen ansprechen.  

a&f systems: Wie ist eure persönliche Meinung zu AILA und generell Automatisierung im Publishing?

Matthias: Meine Vision geht über eine reine Layout-Automatisierung hinaus. Content wird strukturiert, kanalneutral erzeugt und für alle Produktionskanäle automatisiert ausgespielt, egal ob Print oder Digital. AILA ist ein Baustein auf dem Weg zu einer systemisch gedachten, medienneutralen Produktionsarchitektur.

Christoph: Ob Layout-Automatisierung mit oder ohne KI – ich finde die Funktionen sehr spannend und intuitiv in der Anwendung. Das alles Entscheidende sind die Koste in Relation zur Ressourceneinsparung. 

a&f systems: Vielen Dank Matthias und Christoph, für eure Zeit und den spannenden Einblick in WoodWing AILA!

Ihr Ansprechpartner

WoodWing AILA im a&f-Expertentalk: Wenn KI das Layout übernimmt

Matthias Fischer

Sales / Presales Consultant

Artikel teilen

Möchten Sie mehr zu WoodWing AILA oder generell Layoutautomatisierung erfahren? Wir sind gerne für Sie da!